10.07.2010

Fröhliche Kinder bei der ORGELMAUS

Grundschulklasse der Elly-Heuss-Knapp-Grundschule gewinnt Eindrücke von der Orgel in der Auferstehungskirche.

Bald wird sie für eine Weile verstummen, die Orgel der Auferstehungskirche. Sie wird dick eingepackt werden, damit Renovationsstaub ihre Stimme nicht in Mitleidenschaft nimmt. Erst am 1. Adventssonntag kann sie dann wieder jublieren. Unsere engagierte Kirchenmusikerin Bettina Astfalk-Lehmann hat sie noch einmal speziell für Kinder zum Erklingen gebracht und berichtet darüber:
 
"Am Donnerstag, 1. Juli besuchten zwei Klassen der Böckinger Elly-Heuss-Knapp-Grundschule ein Orgelkonzert für Kinder in der Auferstehungskirche.Anwesend waren die Klassen 2a und 2b, die freudig und konzentriert bei der Sache waren. Kirchenmusikerin Bettina Astfal-Lehmann stellte anhand einiger Orgelstücke das große Instrument vor. Kaum war das erste Orgelstück verklungen, klopfte es an der Emporentür.  Eine Maus (Jugendreferent Stefan Buck) betrat den Raum und fragte nach, wer hier so laut war und sie geweckt hat. Normalerweise kann sie nämlich im Kirchturm in Ruhe (abgesehen von der momentaenen Dachbauarbeiten) schlafen.
 
Plötzlich entdeckt sie die Orgel "Boh, ist diiiie aber groß" und die Organistin: "...und wer bist du?" Daraufhin beginnt Charly, Fragen zur Orgel zu stellen. Dank dieser besonderen Maus wissen die Kinder jetzt z.B. wie die Luft in die Pfeifen kommt: Es ist nämlich so, wie bei Charlys Tante Auguste, die Blockflöte spielt. Dieses Instrument funktioniert im Prinzip ja auch wie eine Orgelpfeife: Der Luftstrom trifft auf das Labium, wird dort gebrochen, die Luftsäule in der Pfeife kommt ins Schwingen und ein Ton entsteht. Charly war etwas enttäuscht darüber, dass nur die Luftsäule schwingt, nicht aber die Pfeife selbst, das wäre nämlich viel lustiger gewesen, wenn die Pfeifen schwingen würden....
 
Interessant war für die Kinder auch, dass es in der Orgel verschiedene Klangfarben gibt. Weswegen Charly gleich bat: "Kannst du mal einen roten Ton spielen, in meinem Malkasten habe ich nämlich auch 12 Farben.." Das war natürlich nicht möglich, da "Klangfarbe" nur eine Bezeichnung für die verschiedenartigen Klänge ist . Aber auch das wissen die Kinder nun.
 
"Sag mal, du musst ja eigentlich unheimlich reich sein, so wie der Onkel Dagobert in der Micky Maus!" Diese Vermutung basierte auf dem Eindruck, dass ja die silbrig aussehenden Pfeifen alle aus Silber sein müssten. Charlys Tante Auguste hat nämlich einen silbernen Ring, der sehr teuer war. "Die Pfeifen sind aber nicht aus Silber, sondern aus einer Mischung von Zinn und Blei und das ist viiiiiel billiger als Silber", antwortete die Organistin. Beeindruckend war auch die geschätzte Anzahl von ca. 1400 Pfeifen der Auferstehungskirchenorgel. Charly kann ja schließlich auch bis 100 zählen, 1, 2, 3.......
 
Nach mehreren Versuchen, die Bach´sche d-Moll-Toccata, die viele Leute nur als "die" Toccata bezeichnen, zu spielen, willigte Charly endlich ein, für ein paar Minuten den Mund zu halten und dieses berühmte Orgelstück anzuhören. "Klasse, Bravo, kann die Orgel noch lauter spielen?" waren die Reaktionen. Kann sie, am besten mit dem Tuttiknopf, muss aber nicht sein, das ist für die Ohren auf die Dauer zu anstrengend. Die Kinder hätten nun am liebsten selber in die Tasten gegriffen, das aber konnten Charly und die Organistin leider nicht erlauben. Fest steht jedoch, dass die Lehrerinnen im nächstes Jahr gerne wieder mit ihren Klassen die Maus aus dem Kirchenschlaf wecken möchten.
 
Auch konnte geklärt werden, dass die Organistin nicht so viel Geld haben muss, wie Onkel Dagobert in der Micky Maus, da die Orgelpfeifen nicht, wie Charly urspünglich meinte, aus Silber, sondern aus Zinn und Blei sind und das ist viiiiiel billiger als Silber. Aber die Orgel gehört ihr ja sowieso nicht selbst."

Autor: B. Astfalk-Lehmann

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